Durch Funde aus der jüngeren Steinzeit ist nachgewiesen, dass die
schöne Talweitung der Lahn, in der heute der Luftkurort Nassau liegt,
bereits Jahrhunderte vor Christi Menschen zur Ansiedlung verführte.
Geschützt durch die Höhen des Taunus und des Westerwaldes und
reichlich versorgt mit Fischen der Lahn und ihrer vier Nebenbäche,
mit Früchten und Wild der Wälder, Felder und Wiesen, ließ es sich
schon damals hier gut leben.
Im sechsten Jahrhundert n. Ch. sicherte eine fränkische
Millitärstation den Lahnübergang an diesem Knotenpunkt wichtiger
Straßen. Als "Villa Nassova" wurde Nassau erstmals 915 in einer
Urkunde König Konrads I. erwähnt. Die Burg auf dem Bergkegel über
Nassau (um 1120 erbaut) ist die Stammburg des Grafenhauses Nassau,
das heute das Großherzogtum Luxemburg und die Niederlande
regiert.
1348 erhielt Nassau durch Kaiser Karl IV. Stadtrechte. Von nun an
hatte man alle "Freiheiten, Ehre, Würde und Nutzen" wie andere
Städte, durfte sich mit Mauern und Türmen befestigen, Gericht und
Märkte abhalten und den "Stock ausüben". Durch die
Stadtrechtsverleihung setzte eine beachtliche Aufwärtsentwicklung
ein.
Im Laufe ihrer Geschichte wurde die Stadt immer wieder durch
Katastrophen heimgesucht. So erlebte sie große Brände und
Feuersbrünste in den Jahren 1465, 1605, 1695, 1758 und 1763 und in
gewissen Abständen beträchtliche Überschwemmungen durch Hochwasser
der Lahn und ihrer Nebenbäche. Nach verheerenden Bombenangriffen am
Ende des Zweiten Weltkrieges erstand Nassau durch Tatkraft und Fleiß
der Bürger in neuem, wenn auch verändertem Glanz.
Mit ihren ca. 5000 Einwohnern ist die Stadt Nassau seit 1972
Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Nassau - einem Verbund von 19
Gemeinden.