Geschichte
In der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts errichten die Grafen des Enrichgaus auf diesem Bergrücken ihre Burg, die sie Arnstein nennen.
1139 stiften Ludwig III., der letzte Graf von Arnstein, und seine Frau Guda anstelle ihrer Burg ein Kloster der Prämonstratenser (O. Proem.), dem sie Ihren ganzen Besitz übertragen. Außer dem Grafenpaar treten auch der Burgkaplan sowie sechs Ministerialien mit ihren Familien in das neue Kloster ein.
Die schon Ende der siebziger Jahre des 12. Jahrhunderts fertig gestellte Kirche wird 1208 durch den Trierer Erzbischof Johann I. feierlich eingeweiht.
Unter Abt Wilhelm von Staffel wird die Kirche um 1360 einbewölbt; der Ostchor und die beiden Nebenchöre werden erhöht. Wegen des steileren Daches werden die Osttürme Achteckig aufgestockt.
Der Dreißigjährige Krieg (1618 - 1648) verheert das Lahntal. Mehrfache Plünderungen und Verwüstungen des Klosters und die Pest im Jahr 1635 überleben nur vier Ordensleute.
1755 wird die Kirche unter ABt Nikolaus Matzenbach zurückhaltend barockisiert und mit dem neuen Hochaltar und der Rokoko-Kanzel ausgestattet. Auch Teile des Klosters werden in dieser Zeit neu errichtet.
1802 hebt der Fürst zu Nassau-Weilburg die Prämonstratenserabtei im Zuge der Säkularisation auf. Die Ordensleute müssen ihr Haus verlassen.
1919 überträgt der Limburger Bischof Augustinus Kilian Kloster und Pfarrei der Ordensgemeinschaft von den heiligsten Herzen Jesu und Mariens (SS.CC.).
Schwestern und Brüder des 1800 in Frankreich gegründeten Ordens sind weltweit in allen Bereichen der Seelsorge tätig. Bekanntestes Mitglied des Ordens ist Pater Damian De Veuster (1840 - 1889), der Apostel der Aussätzigen, nach dem die Straße zum Kloster benannt ist.